Was 99 Newsletter über unsere gemeinsame Entwicklung erzählen – und warum Werte und Emotionen dabei wichtiger geworden sind, nicht weniger.

Diesen Satz hätten wir früher vermutlich nicht unbedingt als Kompliment verstanden.

Als wir vor mehr als 25 Jahren begannen, uns intensiv mit Emotionaler Intelligenz zu beschäftigen, waren wir drei fachlich ziemlich nah beieinander. Natürlich waren wir unterschiedliche Persönlichkeiten, hatten unterschiedliche Stärken und Vorlieben. Aber wir arbeiteten mit ähnlichen Themen, trainierten Führungskräfte und Teams und hätten einander in vielen Formaten problemlos vertreten können.

Heute wäre das deutlich schwieriger.

Markus beschäftigt sich intensiv mit Charisma, persönlicher Ausstrahlung und authentischer Wirkung. Irena hat den Emotionalen Verkauf zu ihrem Thema gemacht und verbindet ihn inzwischen mit Künstlicher Intelligenz. Und Sabine ist immer tiefer in die Begleitung von Führung, Zusammenarbeit und organisationaler Entwicklung eingestiegen.

Haben wir uns auseinanderentwickelt?

Ja. Zum Glück.

Wie sehr – und was uns dabei gleichzeitig erstaunlich konstant miteinander verbindet –, haben wir selbst erst gemerkt, als wir kürzlich einen ungewöhnlichen Blick zurückgeworfen haben.

 
99 kleine Zeitzeugen

Unser aktueller Newsletter ist der 100. EQ Hack.

Ein guter Anlass, einmal nicht darüber nachzudenken, was wir als Nächstes schreiben, sondern darüber, was wir bisher geschrieben haben.

Also haben wir unsere 99 EQ Hacks aus gut fünf Jahren mit Hilfe von KI analysiert: Was hat uns beschäftigt? Welche Themen kamen immer wieder? Was ist verschwunden, was dazugekommen? Und lässt sich daran erkennen, wie wir drei – und mit uns EQ Dynamics – uns entwickelt haben?

Die Antwort hat uns selbst sehr berührt.

Denn unser Newsletter ist im Rückblick zu einer Art unbeabsichtigtem Entwicklungsprotokoll geworden.

Am Anfang stand ein gemeinsamer Kern

Werte und Emotionen waren von Beginn an unser Thema.

Uns faszinierte die Erkenntnis, dass sich menschliches Handeln nicht verstehen lässt, wenn wir nur auf Wissen, Fähigkeiten und rationales Denken schauen.

Was ist einem Menschen wichtig? Was treibt ihn an? Was löst eine Situation emotional in ihm aus? Was lässt ihn mutig handeln, sich zurückziehen, in Widerstand gehen, Vertrauen entwickeln oder Verantwortung übernehmen?

Diese Fragen haben uns von Anfang an verbunden.

Und sie tun es bis heute.

Nur die Felder, auf denen wir ihnen nachgehen, sind sehr viel unterschiedlicher geworden.

Markus: Von Emotionaler Intelligenz zu authentischer Wirkung

Bei Markus lässt sich vor allem eine Vertiefung beobachten.

Sein Weg führte von Emotionaler Intelligenz immer stärker zu Charisma und persönlicher Wirkung. Schon vor Jahren beschäftigte ihn die Frage, welche Rolle die eigenen Wertesysteme dabei spielen. Später beschrieb er Charisma als sein zweites Kernthema neben Emotionaler Intelligenz – entstanden aus der langjährigen Beschäftigung mit Werten, Emotionen und unserer emotionalen Wirkung auf andere.

Dabei hat sich auch sein Verständnis von Entwicklung verändert. Aus der Frage „Kann man Charisma lernen?“ wurde immer stärker: „Wie entsteht authentische Wirkung?

Seine Antwort darauf liegt nicht in einstudierten Kommunikationstechniken oder Tricks für einen souveräneren Auftritt. Sie beginnt bei dem Menschen, von dem diese Wirkung ausgeht: bei uns selbst.

Sein Thema ist also über die Jahre relativ stabil geblieben.

Aber Markus ist immer tiefer hineingegangen.

Irena: Vom Emotionalen Verkauf zum Zusammenspiel von Mensch und KI

Bei Irena ist etwas anderes passiert.

Ihr fachlicher Anker ist seit vielen Jahren der Vertrieb: Emotionaler Verkauf, Vertriebsführung, Kundenbeziehungen – und immer wieder die Frage, was Menschen brauchen, damit Verkaufen nicht nur erfolgreicher, sondern auch leichter und freudvoller wird.

Sie beschäftigte sich mit erschöpften Vertriebsteams, mit Führungskräften im operativen Hamsterrad und mit der Frage, wie Leidenschaft und Leichtigkeit im Vertrieb zurückgewonnen werden können.

Und dann kam KI.

Man hätte meinen können, jetzt beginnt ein völlig neues Thema.

Das Gegenteil ist passiert.

Irena hat Emotionalen Verkauf nicht gegen Künstliche Intelligenz ausgetauscht. Sie begann zu untersuchen, wie beides zusammenspielen kann: Wie kann KI im Vertrieb unterstützen, ohne die menschliche Seite des Verkaufens zu verlieren? Und wie kann Emotionales-Intelligenz-Know-how sogar dabei helfen, KI-Ergebnisse besser zu machen?

Heute steckt ein großer Teil ihres jahrzehntelangen Vertriebswissens gemeinsam mit unserem Know-how zu Emotionaler Intelligenz in unserem DSGVO-konformen KI-Coach.

Sabine: Vom Menschen zu den Bedingungen um ihn herum

Bei Sabine hat sich vor allem der Radius vergrößert.

Anfangs beschäftigten sie Themen wie Resilienz, Konflikte, Teamführung und konkrete Werkzeuge für Menschen und Führungskräfte. Im Laufe der Jahre rückte eine weitere Frage immer stärker in den Mittelpunkt:

Was nützt es, wenn Menschen sich entwickeln wollen – die Bedingungen um sie herum aber genau das erschweren?

Damit kamen Führung und Zusammenarbeit, Konfliktkultur, Umsetzung und schließlich die Entwicklungsfähigkeit ganzer Organisationen stärker in den Blick.

Warum zerschellt die Euphorie nach Leitbildprozessen, Teamklausuren oder Weiterbildungen so häufig am Alltag? Welche Führungsphilosophie trägt heute noch? Welche Strukturen, Prozesse und Formen der Zusammenarbeit braucht es, damit Menschen tatsächlich Verantwortung übernehmen und Organisationen schneller lernen können?

Der Blick hat sich damit vom einzelnen Menschen zunehmend auf die Bedingungen erweitert, unter denen Menschen gemeinsam wirksam werden können.

Drei Wege. Eine Firma. Ist das eigentlich eine gute Idee?

An dieser Stelle könnten wir eine wunderbar harmonische Geschichte erzählen.

Drei Menschen finden ihre individuellen Stärken, spezialisieren sich und ergänzen sich dadurch immer besser.

Ganz so einfach ist es definitiv nicht.

Unterschiedliche Entwicklung schafft nicht nur Synergie. Sie fordert auch heraus.

Interessen und Schwerpunkte verändern sich. Neue Geschäftsideen entstehen, die nicht für alle dieselbe Bedeutung haben. Menschen entwickeln sich mit unterschiedlicher Geschwindigkeit und in unterschiedliche Richtungen. Und je profilierter jede und jeder Einzelne wird, desto wichtiger wird es, das Gemeinsame immer wieder neu auszuhandeln.

Nach mehr als 25 Jahren Zusammenarbeit kennen wir solche Phasen gut. Wir mussten immer wieder klären: Wo braucht es gemeinsame Entscheidungen? Wo darf jede und jeder einen eigenen Weg gehen? Und wie nutzen wir unsere Unterschiedlichkeit, wenn wir gemeinsam für Kunden arbeiten?

Entwicklung produziert Unterschiedlichkeit wie ein Baum neue Äste.

Wenn Menschen tatsächlich wachsen dürfen, kann man kaum erwarten, dass sie nach 25 Jahren immer noch nebeneinander in genau dieselbe Richtung laufen.

Die interessantere Frage ist:

Was muss gemeinsam bleiben, damit Auseinanderentwicklung nicht zum Auseinanderfallen führt?

Wir haben uns nicht von unserem Kern weg entwickelt

Je unterschiedlicher unsere Themen in den 99 Newslettern wurden, desto deutlicher wurde die gemeinsame Perspektive darunter:

Werte und Emotionen.

Markus fragt, wie sie unsere persönliche Wirkung prägen.

Irena fragt, wie sie Verkauf, Kundenbeziehungen und inzwischen den Einsatz von KI beeinflussen.

Sabine fragt, was sie für Führung, Zusammenarbeit, Kultur und die Entwicklungsfähigkeit von Organisationen bedeuten.

Wir arbeiten heute an sehr unterschiedlichen Themen. Aber wir schauen auf sie durch die selbe Brille.

Denn natürlich wissen wir: Organisationen verändern sich nicht allein dadurch, dass Menschen an ihrer Haltung arbeiten. Strukturen, Prozesse, Systeme, Technologie und Führung wirken ebenfalls.

Aber all das trifft auf Menschen.

Menschen nehmen wahr, interpretieren und bewerten. Sie fühlen sich eingeladen oder bedroht, gesehen oder übergangen. Sie erleben Sinn oder Sinnlosigkeit. Sie vertrauen oder misstrauen. Und sie handeln auf Grundlage dessen, was ihnen wichtig ist und was eine Situation emotional in ihnen auslöst.

Unser WAS ist gleichzeitig ein Teil unseres WIE

Beim Blick zurück ist uns noch etwas aufgefallen.

Werte und Emotionen sind nicht nur unser gemeinsamer fachlicher Kern. Emotionale Intelligenz prägt auch die Art, wie wir seit mehr als 25 Jahren miteinander arbeiten.

Das heißt nicht, dass uns Zusammenarbeit deshalb immer leichtfällt. Und erst recht nicht, dass unsere Expertise in Emotionale Intelligenz automatisch und jederzeit emotional intelligentes Verhalten nach sich zöge. 😉

Aber wir haben uns darin geübt, immer auch auf das zu schauen, was unterhalb der Wasserlinie (Sachebene) passiert: Um welche Werte geht es? Welche Emotion löst die Position des anderen bei mir aus? Was davon hat mit mir selbst zu tun? Und was zeigt sich von da unten aus, was vorher nicht sichtbar war?

Nicht immer gelingt es uns rechtzeitig, in den Tauchgang zu schalten. Und wir wissen: wenn wir es tun, tauchen wir mit dieser Art des Zuhörens und Kommunizierens immer mit einer neuen Lösung auf, die unser aller Perspektiven berücksichtigt.

Vielleicht ist genau das auch ein Grund, warum wir heute sehr unterschiedliche Teams und Organisationen begleiten. Wir kennen Diversität nicht nur als Konzept aus unseren Trainings und Beratungen. Wir erleben selbst, was es braucht, damit diverse Perspektiven nicht resignieren, sondern synergetisch wirken können.

Wer verstehen will, warum Menschen tun, was sie tun – oder eben nicht tun –, kommt an ihren Werten und Emotionen nicht vorbei.

Und was hält Euch zusammen?

Natürlich müssen andere Teams nicht Werte und Emotionen zu ihrem fachlichen Thema machen.

Aber jedes Team, das lange miteinander arbeitet und Entwicklung zulassen will, braucht vermutlich Antworten auf zwei Fragen:

Was ist der Kern, der uns verbindet – und stark genug ist, unterschiedliche Entwicklung zuzulassen?

Und:

Wie pflegen wir diese Verbindung, gerade dann, wenn es schwierig wird?

Vielleicht ist der gemeinsame Kern eine Aufgabe. Ein Anspruch an die eigene Arbeit. Ein Menschenbild. Gemeinsame Werte. Eine Geschichte. Ein Zweck, für den es sich lohnt, immer wieder aufeinander zuzugehen.

Was auch immer es ist: Gemeinsamkeit erhält sich nicht von allein.

Sie braucht Aufmerksamkeit, Auseinandersetzung und die Fähigkeit, mit den eigenen und den Emotionen anderer konstruktiv umzugehen.

Vielleicht ist deshalb eine der wichtigsten Aufgaben langjähriger Zusammenarbeit:

Nicht zu verhindern, dass Menschen sich auseinanderentwickeln. Sondern dafür zu sorgen, dass die Verbindung mitwachsen kann.

Uns beschäftigt genau das seit mehr als 25 Jahren – fachlich und ganz persönlich.

Wenn Ihr gerade an einem Punkt seid, an dem Unterschiedlichkeit in Eurem Team spannender wird, der gemeinsame Kern unscharf geworden ist oder Ihr Euch fragt, wie aus einem Nebeneinander wieder ein tragfähiges Miteinander werden kann:

Lasst uns darüber sprechen.

Wir bringen keine Patentlösung mit.

Aber ziemlich viel Erfahrung damit, was Werte und Emotionen mit Entwicklung zu tun haben – auch und gerade dann, wenn es schwierig wird.

Und manchmal ist Auseinanderentwicklung eben kein Problem.

Zum Glück.

Herzliche Grüße aus dem emotional intelligenten Hauptquartier in München,
Sabine

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