Sabine Grüner - Steckbrief
1. Welches Projekt hat Sie besonders geprägt?
Die Projekte bei der Kreissparkasse Köln zwischen 2005 und 2008 – weil sich dort eine emotional intelligente Haltung ihren Weg von den unteren Hierarchieebenen bis hin zum Vorstand bahnte. In der Zusammenarbeit hat sich außerdem mein Selbstverständnis von der Trainerin hin zur organisationalen Beraterin verändert.
2. Hand aufs Herz: Geschäftlich schon einmal ausgerastet?
Regelmäßig! In jedem Seminar, und zwar in den Demonstrationen für die Teilnehmer …
Da kann ich richtig aus der Haut fahren. Und gerne auch mal in der Diskussion mit meinen Kollegen.
3. Wie sind Sie Beraterin und Trainerin geworden?
Ich bin Lehrerin geworden, weil ich als Schülerin den Eindruck hatte, ich verstehe die mathematischen Probleme meiner Mitschüler besser als unser Lehrer. Auf der anderen Seite des Pultes habe ich dann erkannt, dass für Mathematik kein Platz in den Köpfen ist, solange der von emotionalen Erlebnissen blockiert wird, zum Beispiel von der Prügelei auf dem Schulhof. Später in der Bank war es ähnlich: Blockaden bei den Beratern lagen oft in der Angst vor dem Chef oder Unzufriedenheit mit den Strukturen begründet. Ich will mit Menschen an den Themen arbeiten, die sie beschäftigen, begeistern, beunruhigen – um Knoten zu lösen und Energie freizusetzen.
4. Was motiviert Sie, als Beraterin und Trainerin zu arbeiten?
Es berührt mich, in Großgruppenveranstaltungen zu erleben, wie Menschen einer Organisation „Spirit“ entwickeln und ihre Energie in eine gemeinsame Richtung lenken. Solche Lebensenergie ist ganz großes Kino! Diese Lebendigkeit in möglichst viele Unternehmen zu bringen und ihr dort Raum zu verschaffen, das verstehe ich als meine Aufgabe.
5. Welche Bücher und Ideen haben Ihre Arbeit besonders beeinflusst?
Bücher, die meine Haltung und mein Verhalten als Beraterin geprägt haben, teilen ihre Haltung zu Menschen, Natur und Leben, zum Beispiel:
- Aikido – die Kampfkunst des friedvollen Kriegers
- Die TetraMap® - unsere Typologie aus Neuseeland
- next practice – der Management-Ansatz von Peter Kruse
- Leading with Life – die Arbeit mit den Mustern, der Dynamik und der Energie des Lebens von Matthias zur Bonsen
- next culture – Clinton Callahans Gedanken zu verantwortlicher Führung
6. Bei Führung in Veränderungsprojekten geht es in der Praxis doch um knallharte Zahlen. Was hat Emotionale Intelligenz da zu suchen?
Ganz einfach: Es geht zuallererst um knallharte neuronale Schaltungen, die stattfinden müssen, damit diese Zahlen erreicht werden.
7. Gefühle hat jeder, und mit ihnen umzugehen hat man sein Leben lang gelernt. Wozu braucht es da einen Beratungsansatz?
Unbewusste, früh gelernte emotionale Muster sind oft hinderlich für Glück und Erfolg. Diese überhaupt erst wahrzunehmen geht leichter mit einem externen Berater. Und sie zu verändern ist sehr schwer. Dabei sind Soufflage und Generalprobe mit einem kritisch-wohlwollenden Sparringspartner einfach unschlagbar.
8. Ärger im Büro ist ...
... völlig normal. Willkommen im Leben!
9. Wenn die Liebe nicht wäre ...
... dann wäre das Leben nicht lebenswert, sagt mein privates Ich.
... dann würde unser Egoismus uns vollends beherrschen, sagt mein philosophisches Ich.
10. Wut kann ...
... enormen Schaden anrichten, denn sie ist blind. Was wir dagegen brauchen, ist der gezügelte Zorn: Dieser kann zerstörerische Räume erkennen und beseitigen.
11. Angst und Unsicherheit – im Geschäftsleben völlig unbrauchbar?
Durchaus nicht. Die Sorge ist ein Motivator wie jede andere Emotion auch. Sie erzeugt Handlungsbereitschaft – allerdings „weg von …“. Das muss man wissen.

